Shoppen über Instagram, TikTok oder Facebook gehört für viele längst zum Alltag. Besonders junge Menschen kaufen immer häufiger direkt in sozialen Netzwerken ein. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzen 48 Prozent der 16- bis 29-Jährigen Social Media zum Online-Shopping. Insgesamt sind es 29 Prozent aller Internetuser in Deutschland. Die Verbraucherzentrale NRW sieht diesen Trend kritisch.
„Viele Apps sind so gestaltet, dass sie gezielt zu Impulskäufen verleiten“, warnt Brigitte Dörhöfer, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Detmold. Countdown-Anzeigen, begrenzte Verfügbarkeiten oder Hinweise auf andere Käufer erzeugen künstlichen Druck. Oft wird gekauft, ohne Preise zu vergleichen oder den tatsächlichen Bedarf zu prüfen.
Auch Influencer spielen eine große Rolle. Sie bewerben Produkte häufig im Auftrag von Unternehmen oder verkaufen eigene Marken. Zwar finden viele Nutzer diese Werbung sympathisch, dennoch wünschen sich vor allem jüngere Menschen eine klarere Kennzeichnung. Die Mehrheit der Verbraucher verlässt sich bei Kaufentscheidungen weiterhin lieber auf unabhängige Produkttests.
Ein weiteres Risiko ist der Umgang mit persönlichen Daten. Beim Einkauf über Apps werden oft mehr Informationen gesammelt als nötig. Die Verbraucherzentrale rät, sparsam mit Daten umzugehen, Push-Benachrichtigungen zu deaktivieren und Tracking-Funktionen möglichst einzuschränken.
Fällt die Ware nach der Lieferung enttäuschend aus, können Verbraucher ihr Widerrufsrecht nutzen. In der Regel haben sie dafür 14 Tage Zeit. Neben Ärger und Aufwand haben Rücksendungen jedoch auch Folgen für die Umwelt: Schätzungen zufolge wird jedes vierte Online-Paket retourniert, bei Kleidung sogar jedes zweite. Millionen Rücksendungen verursachen jedes Jahr enorme CO₂-Emissionen und oft landet unverkaufte Neuware im Müll.

