Abteilungen wurden verlagert, Fachkräfte abgezogen, Unsicherheit blieb: Der Klinikstandort Lemgo hat in den vergangenen Jahren spürbar an Substanz verloren. Nun fordert die SPD Lemgo einen klaren Ausgleich. Ihr Ziel: Die geplante zentrale Pflegeschule des Kreises Lippe soll in Lemgo angesiedelt werden.
„Wir haben genug Konzepte auf Papier gesehen, die Lemgo eine wichtige Rolle versprechen. Jetzt müssen Taten folgen“, erklärt Alexander Baer, Fraktionsvorsitzender der SPD im Lemgoer Stadtrat und Landtagsabgeordneter. Die Ansiedlung einer Pflegeschule sei ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Standorts. „Wer Lemgo als Klinikstandort erhalten will, muss auch in die Ausbildung vor Ort investieren.“
Hintergrund sind umfassende Umstrukturierungen im Klinikum Lippe: Bis zum Jahr 2030 sollen zentrale Abteilungen wie Onkologie und Neurologie von Lemgo nach Detmold verlagert werden. Lemgo bleibt zwar Standort der Grundversorgung, soll aber perspektivisch weiterentwickelt werden. In den Planungen des Kreises wird eine Pflegeschule ausdrücklich als mögliche Ergänzung genannt ein konkreter Standort steht jedoch noch nicht fest.
Derzeit bilden die Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe an mehreren Standorten aus, darunter auch in Lemgo. Gerade für junge Menschen aus dem Nordkreis, etwa aus Kalletal, Extertal und Dörentrup, ist Lemgo gut erreichbar ein Argument, das aus Sicht der SPD für den Standort spricht.
„Wir haben die schmerzhaften Umstrukturierungen im Sinne einer medizinischen Gesamtstrategie mitgetragen. Aber eine Einbahnstraße darf das nicht sein“, betont Baer. Lemgo habe in den vergangenen Jahren viel geleistet und müsse nun auch profitieren. Die SPD fordert daher ein klares Bekenntnis von Landrat und Kreisverwaltung: Die Entscheidung für die Pflegeschule solle ein sichtbares Signal zugunsten Lemgos sein.

