SPD fordert Schutzschirm für Kinder: Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geplant – Lemgo Radio Nachrichten
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SPD fordert Schutzschirm für Kinder: Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geplant

Florian Jäger

Die SPD will Kinder und Jugendliche besser vor den Risiken sozialer Medien schützen. In einem exklusiv vorliegenden Positionspapier schlägt die Bundestagsfraktion vor, Social-Media-Plattformen für Kinder unter 14 Jahren komplett zu sperren.

Die SPD will Kinder und Jugendliche besser vor den Risiken sozialer Medien schützen. In einem exklusiv vorliegenden Positionspapier schlägt die Bundestagsfraktion vor, Social-Media-Plattformen für Kinder unter 14 Jahren komplett zu sperren. Anbieter sollen den Zugang „technisch wirksam“ verhindern, Verstöße sollen sanktioniert werden, berichten Medien.

Für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren soll es verpflichtende Jugendversionen der Plattformen geben. Diese sollen algorithmisch gesteuerte Feeds, personalisierte Inhalte und suchtverstärkende Funktionen wie Endlos-Scrollen oder Push-Benachrichtigungen deaktiviert haben. Der Zugang soll nur über die EUDI-Wallet der Erziehungsberechtigten möglich sein, eine digitale Identitätsprüfung, die ab Januar 2027 eingeführt werden soll.

Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren sollen personalisierte Empfehlungssysteme standardmäßig deaktiviert erhalten. Nur wer ausdrücklich zustimmt (Opt-in-Modell), erhält personalisierte Inhalte.

Die Initiatoren betonen: Kinder brauchen stärkeren Schutz, da sie besonders anfällig für negative Folgen von Social-Media-Nutzung sind. Zu den Unterzeichnern zählen prominente SPD-Politiker wie Armand Zorn, Johannes Schätzl, Stefanie Hubig und Manuela Schwesig. Bei Verstößen gegen die Regeln sollen Plattformen empfindliche Strafen, zeitliche Einschränkungen oder sogar Netzsperren drohen.

Familienministerin Karin Prien zeigte sich offen für ein Verbot für jüngere Kinder, während innerhalb der CDU und der Grünen unterschiedliche Positionen diskutiert werden. Internationale Vorbilder gibt es bereits: In Australien und Frankreich gelten gesetzliche Altersbeschränkungen für Social Media.

Die SPD setzt damit auf einen strikten Schutz der Jüngsten, kombiniert mit technologischen Kontrollinstrumenten, um sicherzustellen, dass digitale Medien verantwortungsbewusst genutzt werden.

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