Die Diskussion um die explodierenden Benzin- und Dieselpreise in Deutschland nimmt neue Fahrt auf. Angesichts der Rekordkosten an den Tankstellen fordert Andreas Bovenschulte, Bremer Regierungschef und SPD-Politiker, die Einführung einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Seiner Meinung nach hätten einige Unternehmen „in Windeseile“ ihre Gewinnmargen auf Kosten der Verbraucher ausgebaut und die Krise für enorme Profite genutzt. Bovenschulte betont, dass die Steuer nicht nur zusätzliche Einnahmen bringen, sondern auch ein deutliches politisches Signal gegen überhöhte Unternehmensgewinne in Krisenzeiten senden soll. Die Forderung soll bei der kommenden Konferenz der 16 Ministerpräsidenten diskutiert werden. Parallel spricht sich der SPD-Politiker für eine Spritpreisbremse aus – allerdings ohne weitere Belastung der Steuerzahler. Unternehmen, die die Krise für ihre Profite ausnutzen, müssten nach Ansicht Bovenschultes steuer- und kartellrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die Initiative stößt auf große öffentliche Aufmerksamkeit: Verbraucher klagen über die hohen Spritpreise, während Politiker verschiedener Lager über die besten Maßnahmen zur Entlastung debattieren. Die Diskussion um die Übergewinnsteuer dürfte die Energiepolitik und die politische Auseinandersetzung über Entlastungsinstrumente in Deutschland in den kommenden Wochen weiter anheizen.

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SPD fordert Übergewinnsteuer, Spritpreise lösen hitzige politische Debatte aus
MATTHIAS MASNATA
Die Diskussion um die explodierenden Benzin- und Dieselpreise in Deutschland nimmt neue Fahrt auf.
