Washington zieht die Reißleine: Um sich aus der starken Abhängigkeit von China zu lösen, planen die Vereinigten Staaten den gezielten Aufbau einer nationalen Rohstoffreserve. Im Fokus stehen strategisch entscheidende Materialien wie Seltene Erden, Lithium und weitere Metalle, die für moderne Schlüsselindustrien unverzichtbar sind. Auslöser der Initiative ist die wachsende Nervosität über fragile Lieferketten. China kontrolliert große Teile des weltweiten Rohstoffhandels und besitzt damit erheblichen Einfluss auf Branchen wie Elektromobilität, Halbleiterfertigung und Verteidigung. In Zeiten geopolitischer Spannungen wird diese Dominanz zunehmend als Risiko für die wirtschaftliche Sicherheit der USA wahrgenommen. Mit der Rohstoffreserve verfolgt die US-Regierung gleich mehrere Ziele: Versorgungssicherheit, größere politische Unabhängigkeit und eine Stärkung der eigenen Industrie. Parallel dazu sollen der heimische Bergbau ausgebaut und neue internationale Allianzen geknüpft werden, um alternative Lieferwege zu erschließen. Fachleute sprechen von einem strategischen Umdenken mit Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus. Ob dieser Kurs die Abhängigkeit von China nachhaltig verringern kann, ist noch ungewiss. Fest steht jedoch: Der Kampf um kritische Rohstoffe entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Schauplatz globaler Machtpolitik.

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Strategische Wende: USA setzen auf Rohstoffreserve gegen Chinas Marktmacht
MATTHIAS MASNATA
Washington zieht die Reißleine: Um sich aus der starken Abhängigkeit von China zu lösen, planen die Vereinigten Staaten den gezielten Aufbau einer nationalen Rohstoffreserve.
