Strohhalm im Dauerstreit: Capri- Plastikverbot – Lemgo Radio Nachrichten
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Strohhalm im Dauerstreit: Capri- Plastikverbot

MATTHIAS MASNATA

Capri-Sun hält trotz klarer Vorgaben der EU am Ziel fest, den Plastikstrohhalm in irgendeiner Form zurückzubringen.

Ein unscheinbares Detail im Trinkbeutel entwickelt sich seit Jahren zu einem hartnäckigen Konflikt: Capri-Sun hält trotz klarer Vorgaben der EU am Ziel fest, den Plastikstrohhalm in irgendeiner Form zurückzubringen. Seit der verpflichtenden Umstellung auf Papierstrohhalme im Jahr 2021 reißt die Debatte nicht ab. Aus Sicht des Unternehmens aus Eppelheim haben sich die neuen Papierhalme im Alltag als problematisch erwiesen. Verbraucher klagen über instabile Materialien, schwieriges Einstechen und ein verändertes Trinkerlebnis. Diese Kritikpunkte nutzt Capri-Sun, um weiterhin nach Alternativen zu suchen und den politischen Druck aufrechtzuerhalten. Besonders Aufmerksamkeit erhielt eine Online-Petition, mit der das Unternehmen eine Ausnahme von den EU-Regeln erreichen wollte. Ziel war es, den Plastikstrohhalm unter bestimmten Bedingungen wieder zuzulassen. Die erhoffte breite Unterstützung blieb jedoch aus – ein Rückschlag für die Strategie des Herstellers. Trotzdem zeigt sich Capri-Sun weiter entschlossen. Intern wird an neuen Materiallösungen gearbeitet, die besser recycelbar sein sollen und zugleich die bekannten Schwächen von Papier vermeiden. Umweltverbände sehen diese Entwicklung jedoch kritisch und warnen vor einer Verwässerung der Ziele zur Reduzierung von Einwegplastik. Damit ist aus einem kleinen Alltagsgegenstand ein Symbol geworden: für den Konflikt zwischen Komfortansprüchen der Verbraucher und den strengen Umweltzielen der EU. Der Streit um den Strohhalm bleibt damit weit mehr als nur eine technische Detailfrage.

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