Der Verband der Tankstellenbetreiber übt scharfe Kritik an den derzeit hohen Spritpreisen. Verantwortlich seien vor allem die Mineralölkonzerne. Der Tankstellen-Interessenverband spricht sogar von „Abzocke“ und fordert mehr Transparenz sowie stärkere Kontrollen im Kraftstoffhandel.
Verbands-Sprecher Herbert Rabl erklärte, viele Konzerne würden Kraftstoff verkaufen, der zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft und produziert worden sei. Trotzdem werde er nun deutlich teurer angeboten. Die Preise an den Zapfsäulen legten nicht die Pächter fest, sondern die Konzerne. Den Ärger der Autofahrer bekämen deshalb vor allem die Beschäftigten an den Tankstellen zu spüren. Eine Analyse zeigt, dass die Mineralölindustrie ihre Gewinnmargen zuletzt deutlich ausgeweitet haben könnte. Demnach sind die Preise für Benzin und Diesel stärker gestiegen, als es allein durch höhere Rohölkosten erklärbar wäre.
Die Bundesregierung kündigt deshalb eine Prüfung an. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte, mögliche Abzocke müsse verhindert werden. Das Wirtschaftsministerium wolle deshalb untersuchen, ob kartellrechtliche Schritte gegen Mineralölkonzerne möglich sind.
Die Branche selbst weist die Vorwürfe zurück. Entscheidend für die Preise an den Tankstellen seien nicht nur die Rohölpreise, sondern auch die aktuellen Börsenpreise für Benzin und Diesel. Diese hätten sich durch den Konflikt im Nahen Osten deutlich verteuert.
Steigende Dieselpreise treffen derzeit auch die Landwirtschaft. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnte, dass besonders zur Frühjahrsbestellung höhere Kosten für Diesel und Dünger viele Betriebe stark belasten würden.

