TÜV warnt vor ‚Fahrprüfung light‘ – Verkehrssicherheit in Gefahr – Lemgo Radio Nachrichten
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TÜV warnt vor ‚Fahrprüfung light‘ – Verkehrssicherheit in Gefahr

Isabelle Zimmerman

Der TÜV-Verband hat die geplanten Reformen der Bundesregierung für die Fahrausbildung scharf kritisiert.

Der TÜV-Verband hat die geplanten Reformen der Bundesregierung für die Fahrausbildung scharf kritisiert. Während digitale Neuerungen wie Online-Theoriekurse und Fahrsimulatoren begrüßt werden, lehnt der Verband pauschale Kürzungen des Fragenkatalogs und der Prüfungszeiten strikt ab.

„Es ist der falsche Weg, die Anforderungen an den Führerscheinerwerb zu senken“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Eine ‚Fahrprüfung light‘ darf es nicht geben. Dann machen wir Erfolge bei der Verkehrssicherheit der letzten Jahrzehnte zunichte.“

Statistiken zeigen, dass 18- bis 20-Jährige im Jahr 2024 13.862 Verkehrsunfälle verursachten, ein Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zu 2010. Die Zahl der Verkehrstoten in der Altersgruppe 18 bis 25 sank seit 2005 um 70 Prozent. Der TÜV-Verband betont, dass diese Fortschritte ohne sorgfältige Ausbildung nicht zu halten seien.

Die Reformpläne sehen unter anderem eine Reduzierung des Theorie-Fragenkatalogs von derzeit rund 1.100 auf 840 Fragen, eine Verkürzung der praktischen Prüfung auf 40 Minuten und eine drastische Verringerung der Pflichtfahrten (Überland, Autobahn, Dunkelheit) von zwölf auf drei Fahrten vor. Goebelt kritisiert, dass dies das bisher erreichte Sicherheitsniveau gefährde und im europäischen Vergleich Deutschland damit nicht mehr vorne liege.

Auch die Abschaffung verpflichtender Ausbildungspläne in Fahrschulen und das Fehlen von Lernstandskontrollen wird vom TÜV-Verband als problematisch gesehen. Goebelt: „Weniger Wiederholungsprüfungen sind das wirksamste Instrument, um Kosten zu reduzieren, nicht ein verkürzter Prüfkatalog. Hier steht Kostensenkung nicht im Verhältnis zum Schutz des Lebens.“

Die TÜV-Statistik 2025 zeigt: Systematische Ausbildung und gründliche Prüfungen bleiben entscheidend, um die Verkehrssicherheit langfristig zu sichern.

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