Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Militär wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung grundsätzlich unterstützt – allerdings nur unter klaren Bedingungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands.
Demnach finden 81 Prozent der Befragten es sinnvoll, dass die Bundeswehr stärker in militärische KI-Technologien investiert. Dazu zählen etwa Drohnen, Roboter oder autonome Fahrzeuge, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz teilweise selbstständig agieren können. Elf Prozent lehnen eine stärkere Förderung solcher Technologien ab, acht Prozent sind unentschieden.
Nach Einschätzung des TÜV-Verbands erkennen viele Bürgerinnen und Bürger, dass neue Technologien auch die sicherheitspolitische Lage verändern. Moderne Streitkräfte kämen an KI-gestützten Verteidigungssystemen kaum noch vorbei. Gleichzeitig sei es entscheidend, klare Regeln und Grenzen für ihren Einsatz festzulegen.
Trotz der grundsätzlichen Zustimmung sehen viele Menschen den militärischen Einsatz von KI kritisch. 67 Prozent der Befragten befürchten Fehlentscheidungen autonomer Systeme – etwa durch falsche Zielerkennung. 64 Prozent sorgen sich, dass Menschen die Kontrolle über KI-gesteuerte Waffensysteme verlieren könnten.
Weitere Risiken sehen viele im möglichen Wettrüsten mit KI-Technologien. Rund 63 Prozent der Befragten befürchten dadurch zunehmende internationale Spannungen. 61 Prozent halten auch ungewollte Eskalationen oder eine Ausweitung von Konflikten für möglich.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, wer letztlich über den Einsatz von Waffengewalt entscheidet.
40 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass jede Entscheidung eines KI-Systems vollständig von Menschen überprüft werden muss. 41 Prozent können sich sogenannte teilautonome Systeme vorstellen: Diese analysieren Situationen und treffen Entscheidungen, während Menschen jederzeit eingreifen können.
Vollständig autonome Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle stoßen dagegen auf kaum Zustimmung. Nur ein Prozent der Befragten unterstützt ein solches Szenario. Insgesamt verlangen damit 81 Prozent der Teilnehmenden eine klare menschliche Verantwortung bei militärischen Entscheidungen.
Während KI-gestützte Systeme in militärischen Konflikten zunehmend eingesetzt werden, laufen auf internationaler Ebene Diskussionen über mögliche Regeln oder sogar Verbote. In UN-Gremien wird seit Jahren über verbindliche Vorgaben für autonome Waffensysteme verhandelt – bislang ohne einheitliches Ergebnis.
Auch auf internationalen Konferenzen zur Künstlichen Intelligenz wird das Thema regelmäßig diskutiert. Der europäische AI Act konzentriert sich bislang vor allem auf zivile Anwendungen und schließt rein militärische Systeme weitgehend aus.
Die Grundlage der Studie ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.005 Personen ab 16 Jahren, die im Oktober 2025 durchgeführt wurde.

