Der VfL Lieme gibt sich nicht geschlagen. Obwohl die Stadt Lemgo an ihren bisherigen Plänen festhält, wollen die Sportler ihr in die Jahre gekommenes Sporthaus nun selbst erweitern – mit viel Eigenleistung, handwerklichem Know-how aus den eigenen Reihen und der Hoffnung auf Spenden, berichten die Medien.
Ursprünglich ist für das Vereinsgebäude lediglich eine energetische Sanierung vorgesehen. Fassade und Dach sollen gedämmt, Fenster und Türen erneuert und so der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 800.000 Euro, wovon die Stadt etwa 160.000 Euro tragen müsste. Für den Verein ist das jedoch nur ein halber Schritt.
Denn das eigentliche Problem bleibt bestehen: Platzmangel. Die Umkleiden sind veraltet und reichen bei weitem nicht aus. Bei Turnieren müssen Mannschaften die Räume nacheinander nutzen, Ausrüstung wird notgedrungen draußen gelagert. Auch getrennte Umkleiden für verschiedene Teams oder Geschlechter sind bislang nicht möglich. „Eine reine Sanierung löst diese Probleme nicht“, hatte der Verein in der Vergangenheit immer wieder betont.
Mehrfach versuchte der VfL Lieme, über Förderprogramme oder einen Neubau Verbesserungen zu erreichen – ohne Erfolg. Ein geplanter Neubau für das mehr als 70 Jahre alte Sporthaus wurde letztlich aus Kostengründen verworfen. Jetzt setzen die Sportler auf Eigeninitiative: Ein Anbau soll zusätzliche Räume schaffen und die Situation langfristig entspannen.
Die Stadt zeigt sich grundsätzlich offen für dieses Vorgehen, macht jedoch klare Vorgaben. Zusätzliche Kosten will sie nicht übernehmen und sich ausschließlich an der energetischen Sanierung beteiligen. Derzeit werden die Pläne des Vereins eng mit der Verwaltung abgestimmt und darauf geprüft, ob sie mit der bestehenden Förderung vereinbar sind. Sobald die Konzepte konkreter sind, sollen sie in den politischen Gremien vorgestellt werden.
Geplant ist, im Frühjahr 2026 mit der Sanierung zu beginnen. Rund ein Jahr sollen die Arbeiten dauern – in dieser Zeit kann das Sporthaus nicht genutzt werden. Für den VfL Lieme bedeutet das viel Organisation, Arbeit und finanzielles Engagement. Doch der Verein ist entschlossen: Lieber selbst anpacken, als weiter auf bessere Bedingungen zu warten.

