Der ostwestfälische Unternehmer Rolf Demuth, Gründer der einst europaweit erfolgreichen Schieder Möbel Holding, ist tot. Sein Name steht für eine außergewöhnliche Unternehmergeschichte – geprägt von rasantem Wachstum, internationalem Erfolg und einem dramatischen Niedergang.
1964 legte Demuth im lippischen Schieder-Schwalenberg den Grundstein für sein Unternehmen. Aus einem kleinen Möbelbetrieb entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte ein Konzern mit internationaler Ausrichtung. Produktionsstätten in mehreren europäischen Ländern, tausende Beschäftigte und ein Umsatz in Milliardenhöhe machten die Schieder-Gruppe zeitweise zu einem der größten Möbelhersteller Europas.
Demuth galt in der Branche lange als Vordenker. Er setzte früh auf industrielle Serienfertigung und eine konsequente Expansion in internationale Märkte. Besonders die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Osteuropa verschaffte dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile und stärkte seine Position auf dem europäischen Möbelmarkt.
Doch der Höhenflug endete abrupt. Im Jahr 2007 geriet die Unternehmensgruppe in schwere wirtschaftliche Turbulenzen und musste schließlich Insolvenz anmelden. In der Folge beschäftigte der Fall auch die Gerichte: Gegen Demuth und frühere Manager wurde wegen mutmaßlicher Bilanzmanipulationen und Kreditbetrugs ermittelt. Banken und Investoren sollen durch geschönte Geschäftszahlen getäuscht worden sein.
Mit dem Tod von Rolf Demuth schließt sich ein prägendes Kapitel der deutschen Möbelindustrie. Seine Karriere bleibt ein Beispiel für unternehmerischen Ehrgeiz – aber auch für die Risiken eines rasanten Wachstums in einer hart umkämpften Branche.

