Warnstreiks im Einzelhandel: Verdi legt NRW-Geschäfte am Freitag teilweise lahm – Lemgo Radio Nachrichten
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Warnstreiks im Einzelhandel: Verdi legt NRW-Geschäfte am Freitag teilweise lahm

Florian Jäger

Im laufenden Tarifkonflikt im Einzel- und Großhandel ruft die Gewerkschaft Verdi für Freitag zu bundesweiten Warnstreiks auf auch Nordrhein-Westfalen ist betroffen.

Im Tarifkonflikt im Einzel-, Außen- und Großhandel hat die Gewerkschaft Verdi für Freitag bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. Auch in Nordrhein-Westfalen müssen sich Kundinnen und Kunden auf Einschränkungen im Einzelhandel einstellen.

Der Streikaufruf fällt auf einen Brückentag zwischen Christi Himmelfahrt und dem darauffolgenden Samstag, an dem erfahrungsgemäß viele Menschen zum Einkaufen und Bummeln in die Innenstädte strömen. Nach Einschätzung von Fachleuten wird es jedoch keine flächendeckenden Schließungen geben.

WDR-Wirtschaftsexperte Frank Christian Starke geht davon aus, dass der Einzelhandel nicht vollständig lahmgelegt wird. Eine Sprecherin von Verdi NRW erklärte hingegen, dass es vereinzelt zu Geschäftsschließungen kommen könne. Zudem seien in zahlreichen Betrieben Verzögerungen an Kassen und unbesetzte Bedientheken möglich.

In mehreren Städten sind Streikkundgebungen geplant, darunter in Dortmund, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart. Für Dortmund rechnet Verdi mit rund 2.000 Teilnehmenden. Der Demonstrationszug soll durch die Innenstadt und Fußgängerzonen führen. Größere Verkehrsprobleme werden dort jedoch nicht erwartet, berichten Medien.

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die laufenden Tarifverhandlungen. Die Arbeitgeberseite hat zuletzt ein Angebot vorgelegt, das aus Sicht von Verdi NRW zu Reallohnverlusten führen würde. Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere, dass Lohnsteigerungen unterhalb der Inflationsrate angeboten würden.

Verdi fordert im Einzelhandel eine Lohnerhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro mehr pro Monat. Zudem setzt sich die Gewerkschaft für einen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro sowie höhere Ausbildungsvergütungen ein. Die Laufzeit der Tarifverträge soll zwölf Monate betragen.

Die Tarifverhandlungen werden am 11. Juni in einer weiteren Runde fortgesetzt.

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