Weniger Schutzräume in OWL: Beratungsstelle NADESCHDA gibt Schutzwohnung auf – Lemgo Radio Nachrichten
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Weniger Schutzräume in OWL: Beratungsstelle NADESCHDA gibt Schutzwohnung auf

MATTHIAS MASNATA

Für viele Frauen in akuter Not war sie ein sicherer Zufluchtsort – nun muss eine Schutzwohnung der Beratungsstelle NADESCHDA Frauenberatungsstelle geschlossen werden.

Für viele Frauen in akuter Not war sie ein sicherer Zufluchtsort – nun muss eine Schutzwohnung der Beratungsstelle NADESCHDA Frauenberatungsstelle geschlossen werden. Hintergrund sind weggefallene Fördermittel des Bundes, wie der Träger der Einrichtung, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, mitteilte. Damit verliert die Region einen wichtigen Baustein im Schutzsystem für besonders gefährdete Frauen. Die Beratungsstelle begleitet Frauen, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung geworden sind. Mit der Aufgabe der Wohnung stehen künftig weniger sichere Unterkünfte zur Verfügung. Gleichzeitig musste auch eine halbe Stelle in der Beratungsarbeit gestrichen werden – ein Schritt, der die Unterstützungsmöglichkeiten der Einrichtung spürbar einschränken könnte. Gerade die Schutzwohnungen spielen eine zentrale Rolle: Sie bieten Frauen in akuten Krisensituationen einen geschützten Raum, fern von Gewalt, Zwang und Kontrolle. Ohne diese Rückzugsorte wird es für viele Betroffene schwieriger, den Weg aus gefährlichen Lebensumständen zu finden und neue Perspektiven aufzubaue Im vergangenen Jahr unterstützte die Beratungsstelle insgesamt 64 Frauen. Viele von ihnen waren zuvor vor Krieg, Armut oder Zwangsheirat geflohen und gerieten auf ihrem Weg nach Europa in Ausbeutungssituationen. Neben psychosozialer Beratung hilft die Einrichtung auch im Kontakt mit Behörden und bei der Suche nach sicheren Unterkünften Die Verantwortlichen warnen deshalb vor weiteren Kürzungen. Sollte die finanzielle Unterstützung weiter sinken, könnten künftig noch weniger Frauen die dringend benötigte Hilfe erhalten.

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