Wenn Arbeitgeber auf Herz statt Druck setzen: Wie mentale Gesundheit Fehlzeiten senkt – Lemgo Radio Nachrichten
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Wenn Arbeitgeber auf Herz statt Druck setzen: Wie mentale Gesundheit Fehlzeiten senkt

Florian Jäger

Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr die Art, wie Unternehmen mit Gesundheit umgehen.

Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr die Art, wie Unternehmen mit Gesundheit umgehen. Jana Vogel, Projektleiterin bei TÜV Süd, kennt das Gefühl von Stress und Schlafproblemen nur zu gut: Präsentationen, Newsletter, Events und kaum Zeit zum Durchatmen. Doch ihr Arbeitgeber bietet Hilfe an: Über die Employee Assistance App (EAP) kann sie Termine mit Psychotherapeutinnen vereinbaren und Webinare für mentale Gesundheit nutzen, berichten Medien.

Die Initiative von TÜV Süd ist Teil eines umfassenden Programms für Betriebliche Gesundheitsförderung, das Webinare, Sportangebote und Trainings für Führungskräfte einschließt. Sabine Foellbach, Gesundheitsmanagerin bei TÜV Süd, erklärt: „Es ist nicht immer einfach, für diese Themen Budget bereitzustellen. Aber es lohnt sich weniger Fehlzeiten und höhere Zufriedenheit sprechen für sich.“

Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit: Laut der Krankenkasse DAK waren Beschäftigte 2025 durchschnittlich 19,5 Tage krankgeschrieben, die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen hat sich seit 2014 verdoppelt. Gerade psychische Belastungen und Schlafprobleme führen häufig zu langen Krankschreibungen.

Doch nicht nur große Konzerne profitieren von präventiver Gesundheitsarbeit. Auch kleine und mittelständische Unternehmen setzen zunehmend auf niedrigschwellige Angebote wie Gesprächsrunden, Rückenübungen oder Bedarfsgespräche, um Stress zu reduzieren, die Arbeitszufriedenheit zu steigern und ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Studien zeigen: Solche Maßnahmen wirken signifikant positiv auf das Gesundheitsverhalten der Mitarbeitenden.

Janas Erfahrung macht Hoffnung: Nach einigen Sitzungen via App fühlt sie sich schon entlasteter. „Wirklich gut. Ich bleib auf jeden Fall mit der Therapeutin in Kontakt“, sagt sie. Das Ziel ist klar: Weniger Fehlzeiten, mehr Zufriedenheit und eine Unternehmenskultur, die auf Menschlichkeit und Prävention statt Druck setzt.

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