Wenn Verzicht verbindet: Ramadan und Fastenzeit starten gemeinsam – Lemgo Radio Nachrichten
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Wenn Verzicht verbindet: Ramadan und Fastenzeit starten gemeinsam

Florian Jäger

Für Millionen Gläubige beginnt heute eine besondere Phase des Jahres: Mit dem Start des Ramadan für Muslime und der christlichen Fastenzeit rücken Besinnung, Gemeinschaft und bewusster Verzicht in den Mittelpunkt.

Für Millionen Gläubige beginnt heute eine besondere Phase des Jahres: Mit dem Start des Ramadan für Muslime und der christlichen Fastenzeit rücken Besinnung, Gemeinschaft und bewusster Verzicht in den Mittelpunkt. Trotz unterschiedlicher Traditionen eint beide Religionen ein Gedanke innehalten, reflektieren und neu ausrichten, berichten Medien.

Entlang der Venloer Straße in Köln leuchten Halbmonde und Laternen. Der Gruß „Ramadan Kareem“ schmückt die Straße organisiert vom Verein „The Ramadan Project“. In vielen Familien steigt die Vorfreude auf das abendliche Fastenbrechen. Traditionell werden Datteln gereicht, Suppen gekocht und Verwandte eingeladen. Tagsüber jedoch gilt: kein Essen, kein Trinken vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Gemeinschaft und innere Einkehr

Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Eid al-Fitr. Für viele Muslime ist der Monat eine Zeit der Reinigung und der Nähe zum Glauben aber auch ein Moment, um an Menschen zu denken, denen es an vielem fehlt.

Auch Christen starten heute in ihre 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Beim Gottesdienst im Kölner Dom erhalten Gläubige das Aschekreuz. Viele verzichten auf Süßigkeiten, Alkohol oder digitale Medien. Es gehe darum, „leer zu werden“ und sich auf das Wesentliche zu besinnen, heißt es aus der Kirche.

Fasten als neue Energiequelle

Neben religiösen Motiven entdecken manche das Fasten auch als bewusste Auszeit vom Alltag. Bei Fasten-Wanderungen rund um Bonn etwa setzen Teilnehmer eine Woche lang auf Brühe, Tee und Bewegung. Einige berichten von neuer Energie und mentaler Klarheit nach wenigen Tagen.

Bis Ostern bleiben Christen 40 Tage im Zeichen des Verzichts. Der Ramadan endet in diesem Jahr am 20. März. Bis dahin werden in Köln jeden Abend die Lichter leuchten als sichtbares Zeichen einer Zeit, in der Verzicht für viele zum Gewinn wird.

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